An meinen ersten Klubmeisterschaften 2007 hatte ich 44 Stableford Punkte gespielt. Trotz einer 13 (!) am Par 5 und einer 10 (!) am darauffolgenden Par 4. Ich gebe es gerne zu, 23 Schläge an 2 Löchern sind nicht schlecht. Dass ich trotzdem noch so viele Punkte sammeln konnte lag wohl a) am damals noch nicht so tiefen Handicap und b) an meinen 5 Pars und 2 Birdies. Für meine damaligen Verhältnisse war das extrem gut. Den Cut habe ich dann mit meiner 98 um 4 Schläge verpasst. Aber an die 43 auf den ersten 9, ich hatte damals das erste Mal von Weiss gespielt, kann ich mich noch bis heute erinnern. Das Gleiche gilt für mein „Comeback“ auf den letzten Löchern. Ein Schnidel Woods gibt nie auf! Gute Zeiten.
2008 lief dann gar nichts mehr zusammen. Mit einer bis dahin schlecht gelaufenen Saison im Hinterkopf, den falschen Schlägern im Bag (Hartl Golf Ressort..) und durch die Woche in Bad Griesbach immer noch komplett verwirrt konnte ja schlichtweg nichts Positives passieren. 3 Par, 102 Schläge, sang- und klanglos ausgeschieden. Ich hatte nicht den Hauch einer Chance. Das war übrigens meine bis dato schlechteste Phase in meiner Golfkarriere. Fast 1 Jahr ohne Handicap Verbesserung. Schlechte Zeiten.
In diesem Jahr sollte nun alles besser werden. Nachdem ich 2009 bereits 3 Mal (!) raufgespielt hatte und danach mehrere Male in der Bufferzone gelandet war, war die Zeit nun reif. Ich war bereit. Beim Interview vor dem Grossevent gab ich mich zudem betont und gewohnt locker.
Gestartet mit einem Double Bogey liess ich mich nicht aus der Ruhe bringen und versuchte, mich mit meinen nächsten 3 Bogeys aufzubauen. Ein Double Bogey am schwierigsten Loch, Par 5, gab mir dann ein erstes Mal zu erkennen, das heute irgendwie nicht so richtig mein Tag sein sollte oder eben wollte. Auch das Bogey am nächsten Par 4 war nicht wirklich gut. Dann endlich ein Par, und nochmals ein Bogey. So schlecht sah es nun gar nicht mehr aus, zumindest nach Stableford war ich zumindest wieder in der Bufferzone. Dann kam Loch 9. Komplettausfall. 9 Schläge. No comment.
Doch ein Schnidel Woods gibt nicht auf. Bogey, es könnte noch klappen. Double Bogey, scheisse, so wird das nichts mehr! Bogey, Bogey, Par, Par, Bogey, Bogey. Gar nicht so schlecht. 44 auf den zweiten Neun. 94 Schläge. 36 Punkte. Wäre da nur die 9 nicht gewesen….. Hätte, wäre, wenn.
Im Clubhaus bzw. im Restaurant beim Bier dann gleich die Ernüchtern. Der Cut liegt bei 93. Wieder verpasst.1 Pils, 2 Pils, nach Hause, Kollegen anrufen, Ausgang, 3 Bier, 4 Bier, 5 Bier. Telefon. Die Turnierleitung informiert, dass es eine „Änderung“ gegeben hat, jemand ist nicht mehr dabei. Disqualifiziert. Welchem Idioten passiert denn so was? Egal, der Cut ist nun bei 93 und ich bim in der ersten Finalrunde dabei. Ich rufe Lefty Tom an und erzähle ihm von meinem Glück. Irgendwie freut er sich nicht so richtig. Schnell weis s ich warum. Details gibt es in seinem Blogbeitrag.
Egal. Ich freue mich. Auch wenn die 9 noch immer schmerzt. Gerne hätte mich mit einer Runde unter 90 mit eigener Kraft in die erste Finalrunde gespielt. Bier 6, Bier 7, Whisky Sour 1, Whisky Sour 2, Zug und Taxi. Vollkoma. Wecker, Wecker, Wecker, Wecker, weggedrückt, Wecker, SCHEISSE, Aufstehen, Duschen, Vollgas Richtung Klub, Bag aus dem Auto (ich wusste ja nicht, dass….), ans Tee 1 rennen, 3 Minuten Small Talk, Pseudo-Aufwärmen, Drive 1 ins Fairway. Kaltstart.
Aber das kann ich. Bogey, Bogey, Bogey, Bogey. Jetzt wird es langsam aber sicher langweilig. Double Bogey. Nein! Par. Gut, wieder im Spiel. Nochmals Par. So gefällt es mir. Bogey. Nochmals Par. Verdammt, heute könnte mein Tag sein. Langsam aber sicher komme ich in den gewünschten Rhythmus. Den Schwung auf die Back Nine mitnehmen heisst es nun.
Loch 10. Nein, nein, liebe Leser. Kein Einbruch. Par! Jetzt bin ich heiss. So heiss, dass es mir nach Ferien ist. Strandferien. Par 3, Abschlag ganz leicht links, super Länge, aber in den Bunker. Hinter dem Bunker Wasser. Bunker Shot zu zaghaft, Ball bleibt mi Bunker und klebt nun unter der Kante. Geiler Befreiungsschlag ins Vorgrün. Gut, halb so schlimm, das Gröbste verhindert. Doch dann das: Zu langer Chip, Ball über Welle im unteren Green, 3 Putts zurück, eine 7! Verdammt, dabei war ich so gut unterwegs. Was mir sonst ganz selten passiert trat nun ein. Ich war völlig von der Rolle und fand keinen Weg zurück. Daraus resultierten dann gleich mal zwei Double Bogeys, ein Bogey, nochmals ein Double Bogey, nochmals ein Bogey und dann nochmals ein Double Bogey. Der Faden war gerissen, die Luft war raus, Flasche leer. 44 auf den Front Nine, 51 auf den Back Nine. 95. So schnell kann es gehen. 33 Punkte. Da die meisten noch schlechter spielten als ich, habe ich mich dann immerhin noch einige Plätze verbessert und konnte meine dritten Klubmeisterschaften unter den besten 30 beenden.
Schlecht gespielt habe ich nicht. Aber auch nicht besonders gut. Wenn ich noch ein bisschen besser mit den besonderen Umständen, die so ein Stroketurnier mit sich bringt, umgehen kann, dann ist aber noch einiges möglich. Alle meine Flightpartner attestierten mir ein sehr gutes Spiel, grosses Potential und eine solide technische Basis. Ich brauche nur ein wenig Geduld, dann passieren die Verbesserungen im Score automatisch. Das ist nett, aber nicht das, was ich hören wollte. Mal schauen, ob sie recht behalten. Ich habe mich am Nachmittag als erstes einmal schlafen gelegt. Bier 1, Bier 2, … Der Rest wird sich zeigen. Aber eins sei hier noch gesagt: 2010 werde ich mich unter die besten 20 spielen!
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